Herr Meier und das Alter

Ihr findet, euer kleiner Freund benimmt sich merkwürdig? Ihr braucht Rat? Ihr bekommt ihn hier!

Herr Meier und das Alter

Beitragvon Penelope » 11.08.2010, 22:13

Nachdem Herr Meier sich von der Zeit der Hitze erholt hat und auch das Schneiden der Krallen gut überstanden hatte fällt mir schon seit einigen Tagen eine neuerliche Veränderung seines Verhaltens auf. Nun ja, er ist ja nun auch schon in etwa 2 Jahre, 2 Monate und 2 Wochen, und seit etwa zwei oder drei Tagen finde ich es extrem. Ich halte es für eine Sache des Alters, und selbst mein Freund, der sehr an dem Kleinen hängt, muss nun zugeben, dass es einfach immer komischer wird, wie sich unser kleiner Hamster benimmt. Tagsüber ist er fast gar nicht oder zumindest nur noch selten zu sehen. Manchmal sehe ich ihn eifrig Körner sammeln, Wasser trinken oder am Frischfutter nagen. Er frisst ganz normal, manche Sachen scheint er mehr zu fressen als früher, zum Beispiel Sellerie oder Gurke. Anderes scheint er nicht mehr zu mögen, zum Beispiel Karotte. Aber gut, wir mögen ja auch nicht jeden Tag Eintopf. Was mir jetzt aufgefallen ist: jede Nacht läuft er im Rad, und das über Stunden. Am Tag jedoch sieht man ihn eben nur noch selten. Wenn ich nachts wach werde und mit ihm rede oder gar das Licht anmache, verdrückt er sich sofort im Häuschen oder einem seiner Gänge. Ich bin jetzt so weit, dass ich nachts versuche, einfach nur noch mit dem Licht meines Laptops auszukommen und nur ganz vorsichtig mit ihm zu reden, wenn überhaupt. Wenn ich tagsüber am Käfig vorbeikomme und mit ihm rede, stoppt er ziemlich schnell das, was er gerade macht und verdrückt sich in irgendein Loch. Heute habe ich ihn an seiner Sandschale entdeckt, als er sich ganz in die Ecke gedrückt hat und zusammengerollt hat. Er hat an etwas genagt, kaum hat mein Freund mit ihm geredet, ist er erst in einem Loch verschwunden und kam dann vor um im Häuschen zu verschwinden. Sein Frischfutter zieht er entweder Richtung Keramikhäuschen oder zu einem Loch, dann sitzt er unten und nagt daran. Als ich ihn gestern angesprochen habe, ist er fast in Panik geraten und in ein Loch geflüchtet. Daher hatte ich schon den Verdacht, er könnte vielleicht langsam blind werden und hätte mich vielleicht gar nicht gesehen. Weil ich ja schon vorher mit ihm geredet habe. Überhaupt rede ich immer mit ihm, wenn ich im Zimmer bin, ob er nun da ist oder nicht (wenn ich mit dem Hamster rede, brauche ich wenigstens nicht mehr mit dem Herd zu schimpfen :rofl: ) Also muss er mich ja schon vorher gehört haben.
Ich sehe ihn nur noch so selten. Und früher war das ganz anders. Wenigstens ist er immer herumgewuselt und war gut drauf, und jetzt hat man das Gefühl, er verabschiedet sich von der hellen Welt hinein in den Untergrund. :(
Was sagt Ihr dazu? Ist das normal für das Alter?
Penelope
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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon Kiki » 12.08.2010, 00:09

Hallo,

deine Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Die Verhaltensweisen könnten mit dem Alter zu tun haben, müssen aber nicht. Hamster wechseln immer mal wieder ihren Rhythmus oder bestimmte Verhaltensweisen und das kann in jedem Alter passieren. Die Dinge, die du beschreibst, zeichnen Herrn Meier also nicht unbedingt als Senioren aus, obwohl er natürlich zweifelsohne einer ist.

Es hört sich jedenfalls so an, als wäre er scheuer geworden. Kann es sein, dass irgendetwas vorgefallen ist, wodurch er sich nachhaltig erschrocken haben könnte? Ansonsten ist es natürlich schon möglich, dass er als Senior sich lieber verkriecht, wenn auch nur der Ansatz von Gefahr drohen könnte, da er sich evtl. dessen bewusst ist, dass er nicht mehr ganz so flink und wendig ist. Blind- oder Taubheit (letztere ist wohl auszuschließen) sind tatsächlich auch häufig Gründe für plötzliche Scheuheit. Meine Milka ist ja blind und seit es so ist, ist auch sie schreckhafter geworden. Du könntest das ja mal überprüfen lassen. Bei Milka kann man bei einem bestimmten Lichteinfall einen leichten weißen Schleier auf der Pupille erkennen, aber man muss schon ganz genau hinsehen, wer es nicht weiß, merkt es nicht.

Was du aber ansonsten beschreibst, klingt alles sehr gut. Gutes Fressverhalten, stundenlanges Radeln... Das ist toll für einen Zwerg diesen Alters. Du kannst stolz sein!

Deutliche Anzeichen für ein alterndes Tier sind weniger fressen, Abmagern, Buckel, geringere Aktivität, hochbeiniger Gang.

LG, Anne
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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon Penelope » 12.08.2010, 01:58

Danke für die Antwort. :)
Ab und zu hat er einen etwas "staksigen" Gang, aber das nicht immer. Durch seinen Gang bin ich das erste Mal aufmerksam geworden. Da habe ich zu meinem Freund gesagt "Der bewegt sich so komisch". Seitdem gucke ich auch ganz aufmerksam und beobachte ihn genau.

Dass etwas passiert sein könnte, was ihn erschreckt hat schließe ich eigentlich aus. Ich sage eigentlich, weil wir am Wochenende nicht da waren, und es gibt schon Rüpel in unserer Gegend, die es zur Zeit unheimlich witzig finden, Steine an die geschlossenen Fensterläden zu schmeissen. Das ist aber erst einmal vorgekommen vor einigen Wochen und damals hat Herr Meier darauf überhaupt nicht reagiert. Solche Vorfälle kann ich leider nicht ausschließen, weil wir ja Fenster und Rolläden in jedem Zimmer haben. Eigentlich scheint er sich bei uns ziemlich sicher zu fühlen, weil er manchmal im Rad schläft oder auch mal nur mitten im Streu, das hat er allerdings auch schon ab und zu als junger Hamster gemacht. Jerry hatte das auch nach einiger Zeit als Angewohnheit, und meine TA damals hat gesagt, dann würde sich ein Hamster sicher fühlen.
Heute abend jedenfalls war er bei meinem Freund wieder ganz "junger Hamster", hat sich streicheln lassen von ihm, ist die Gitterstäbe hoch und (man höre und staune) ist auf seinen Baumstamm gesprungen und von dort ins große Rad gesprungen. :shock: Er ist allerdings nicht im großen Rad gelaufen (das macht er seit etwa zwei Wochen nicht mehr), sondern im kleinen. Allerdings hat er sich jetzt angewöhnt, an manchen Tagen vom Baumstamm ins große Rad zu springen. Keine Ahnung, vielleicht fühlt er sich dann besonders fit.

Ich bin auch stolz, ganz besonders weil der Tierarzt beim letzten Besuch gesagt hat, dass es eigentlich wenige Hamster gibt, die über zwei werden und dann noch einigermaßen fit sind. :twinkle:
Liebe Grüße

Kristin
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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon lenawiederbaum » 12.08.2010, 15:47

Hallo Kristin,

in einem anderen Thread hast du ja geschrieben, dass Herr Meier auch sehr viel trinkt.
Könnte es nicht daran liegen, dass er vielleicht Altersdiabetes bekommen hat? Meines Wissens her sind die Hamster dann teilweise träge bis apatisch und teilweise hyperaktiv - was zu deinen Beschreibungen passen würde, dass er tagsüber oft wie abwesend ist (erschrickt, wenn man ihn anspricht) und nachts stundenlang im Laufrad läuft. Solche Momente erlebe ich ab und zu auch bei meinem Chap, er läuft träge in eine Ecke des Käfigs, sitzt dann dort und "starrt" vor sich hin, wenn ich mich dann schnell bewege oder ihn anspreche, erschrickt er furchtbar und flitzt weg.
Ich will ja niemanden verrückt machen, aber wenn er wirklich sehr viel trinkt, könnte es eben sein ...
Ich hab gerade gesehen, dass er ein Dshungi ist, aber da weiss man ja auch selten, ob sie nicht doch Hybriden sind.

Das dein Herr Meier nun schon über 2 Jahre alt geworden ist, ist sowieso super! So lange Zeit wünsche ich mir auch mit meinen Zwergen! :daumen2:

Liebe Grüsse,
Linda
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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon Penelope » 12.08.2010, 23:44

Hallo,
naja, es ist nicht unbedingt ein Verhalten, dass ich nicht bei ihm kenne. Getrunken hat er schon immer viel, und da vergleiche ich auch ihn ein bisschen mit Jerry, die überhaupt kaum bis gar nicht getrunken hat. Sie ist am Ende erst auf das Trinken ausgewichen, als sie Tropfen über das Frischfutter bekam, und als ich dann die Tropfen ins Wasser getan habe, hat sie weder Frischfutter noch Wasser genommen. Darum kam ich auf den Trick mit dem Möhrenbrei, den fand sie trotz Tropfen lecker. :rofl:
Es ist auch nicht so, dass sich die Wassermenge in seiner Flasche sichtbar verringern würde. Ich kann sagen, er sitzt etwa ein- bis zweimal am Tag an der Wasserflasche und trinkt.
Genauso ist er schon von Anfang an nur nachts gelaufen. Wenn das Licht ausging, hat er seine Runden gedreht. Ich halte das allerdings auch irgendwo für natürlich, denn in ihrer Umgebung sind die Zwerge die wild leben, ja auch mehr nachts unterwegs, weil da weniger Fressfeinde lauern. Und so klein sie sind, sie können schon kilometerweit laufen, das darf man nicht vergessen. Tagsüber würden sich dann aber Greifvogel und Co. sehr freuen, wenn die Zwerge hin- und herwuseln würden.
Früher konnte Herr Meier bis zum Morgengrauen aushalten, heute hat er mit in etwa zwei Stunden, manchmal bis zu vier Stunden mit Pause genug. Und da muss ich mal die Geduld meines Freundes bewundern, der in der Anfangszeit bei Herrn Meier im Wohnzimmer geschlafen hat. Das große Rad dürfte ihn manche Nacht Schlaf gekostet haben, das hörte sich nämlich in der Anfangsphase an wie eine rostige alte Straßenbahn auf ihren letzten Metern. Ich hatte ja schon immer ein seperates Schlafzimmer. Aber die erste Nacht hier bin ich auch aufgewacht und wollte wissen "Was um Himmels Willen das denn für ein Geräusch ist, da gefriert einem ja das Blut in den Adern", und mein Freund murmelte im Halbschlaft "das ist nur der Kleine im großen Rad". Und das ist jetzt nicht ganz ein Jahr her.
Ansonsten war es eigentlich schon immer so, dass Herr Meier seine große Wachphase nachts gehabt hat (in der er gelaufen ist), und seine vier kleinen Wachphasen mal über Tag, in denen er Körner gesucht hat, sich auch mal kurz streicheln ließ, in denen er gegraben hat und so weiter, was eben so zu einem richtigen Hamsterleben gehört. :D Jetzt sind diese Wachphasen am Tag etwas geringer geworden und er schläft viel, mehr als früher. Aber gut, Opa und Oma schlafen ja auch gern mal im Lehnsessel ein.
Mir hat nur Sorgen gemacht, weil man so den Eindruck hat, er hat gar keine Lust mehr am Umgang mit uns, so als würde er sich verdrücken sobald ich da bin und nur rauskommen, wenn wir weg sind. Und da mache ich mir auch wohl mehr Sorgen, weil Jerry am letzten Tag auch immer ins Häuschen oder die Pappröhre verschwunden ist und sich verkrochen hat, sobald ich kam.
Einerseits wünsche ich jedem Hamster dass er eines Tages schmerzfrei umfällt und über die Regenbrücke geht, und Gott sei dank war es ja bei Jerry so, auch wenn sie nicht einfach umgefallen ist, aber Schmerzen hatte sie keine - andererseits hätte Herr Meier noch locker neun Monate oder so Zeit. Oder ein Jahr... oder zwei... oder drei.... :(

Liebe Grüße

Kristin

PS: ich habe auch ein Foto von Herrn Meier im Album. Gut, es ist nicht besonders gut. Es kommt auch bald ein besseres. Ich habe es tatsächlich geschafft, ihn ein bisschen besser zu fotografieren. :Hurra:
Penelope
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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon Yuutsu » 13.08.2010, 07:33

Hallo penelope,

ich hatte auch schon meine Probleme mit diesem Thema http://www.zwerghamsterwelt.de/viewtopic.php?f=34&t=222&start=15, obwohl in dem Fall noch gesundheitliche Bedenken hinzukamen.


Damals hatte ich 2 Sachen geändert: Futter in einen sehr flachen Futternapf und eine sehr flache Sandschale. Also mein Tipp wäre, das Gehege seniorengerechter einzurichten. Es legte sich dann mit der Scheuheit, obwohl es natürlich nicht mehr so in den jungen Zeiten wurde, einfach weil er auch vieeeeel mehr geschlafen hat.


lg Sandra
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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon Penelope » 13.08.2010, 09:07

Ich habe schon einige Male versucht, ihm das Futter auf einem Tellerchen anzubieten oder in einer sehr flachen Schale, ich habe eine Schale im Streu eingegraben, so dass er praktisch überhaupt gar nicht mehr klettern muss. Herr Meier akzeptiert das nicht. Er schüttet alles zu und sucht im Streu. Ich habe das Futter dann ausgetauscht. Er hat es nur noch höher zugeschüttet.
Die Sandschale habe ich schon ziemlich reingedrückt, also er muss kaum noch steigen, aber das werde ich dann wieder ändern und noch tiefer ins Streu drücken.
Ich denke aber fast, ich weiß, warum er sich so in die Ecke gedrückt hatte. Bis zu der heißen Zeit war da nämlich sein Heuhaufen, seit er zu mir kam habe ich da immer viel Heu aufgehäuft, und da ist er immer verschwunden, das war so sein Start zum Gängegraben. Nachdem er ja halb im Toilettensand hing und mit dem Kopf raus habe ich dann einen Kaninchenfutternapf geholt und mit Sand gefüllt, einfach damit er bequem im kühlen Sand liegen kann. Aber jetzt ist die Hitze ja vorbei, bei der nächsten Reinigung werde ich das einfach mal anders hinstellen. Ist gar nicht einfach mir drei Häuschen und einem Baumstamm und und und... :shock:
Auf jeden Fall sind beide Sandschalen nötig. Einmal die kleine (die benutzt er als Toilette) und dann die große (da badet er). Wer hätte gedacht, dass er locker zwei Sandschalen und drei Häuschen in Beschlag nimmt? Nun ja, jetzt nehme ich es ihm auch nicht mehr weg, denn anscheinend mag er es ja so. :) Manchmal kommt es mir schon so vor, als hätte er die Hosen an und würde bestimmen, was hier so läuft - und nicht umgekehrt! Nicht ich bin sein Frauchen, er ist mein Herrchen.

Naja, Jerry hatte damals ein Glöckchen in ihrem Käfig. Das hing an einer Schaukel. Die Schaukel hatte sie nicht benutzt, das Glöckchen schon. Irgendwann hatte sie wohl geschnallt, dass ich komme, wenn das Glöckchen klingelte. Und das schien ihr direkt Spass zu machen. Sie klingelte und stellte sich schon ans Gitter, um auf ein Leckerli zu warten oder unterhalten zu werden. Manchmal frage ich mich, wie intelligent die Zwerge eigentlich sind? :rofl:

Naja, jetzt fängt wieder die Zeit der Brücken an. Dann stelle ich wieder an die etwas erhöhten Stellen Brücken, damit er überall hinaufkommen kann, auf die Häuschen, auf seinen Baumstamm und so weiter.

Liebe Grüße

Kristin
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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon Penelope » 20.08.2010, 11:06

Hallo,
gestern bei Lampenlicht habe ich in Herrn Meiers Augen auf beiden Seiten jeweils einen grauen Kreis entdeckt. Früher war das auf jeden Fall nicht so. :( Ich schätze also, seine neue Scheuheit hat damit zu tun, dass er nun tatsächlich blind wird/ist. Bei der nächsten Grundreinigung heißt es also, alles danach möglichst auf den gleichen Platz stellen. Ich schätze mal, damit erklärt sich so einiges. Dass er zum Beispiel, wenn man mit ihm redet, zwar schon Richtung Gitter läuft, dann aber, wenn er nichts mehr hört, einfach zurück zum Rad läuft und weiter seine Runden dreht. :Traurig: Ich denke mal, damit erklärt sich auch, warum er viel seiner Wachphasen einfach unterirdisch verbringt (Hamster bleiben ja immer ein bisschen wie wilde Hamster), und es könnte ja sein, dass oben eine Gefahr lauert (sollte er eigentlich wissen, dass es nicht so ist!) und darum fühlt er sich unsicher und bleibt lieber unten. Wenn er nach oben kommt, bleibt er auch nie sehr lange.
Nichts desto trotz ist er doch noch fit, und darüber freue ich mich. Manchmal macht er zwar merklich langsam im Rad, aber es gibt durchaus Abende, da rennt er in einer Affengeschwindigkeit. :o Vorgestern ist er auf seinen großen Baumstamm geklettert, von da auf den kleineren gesprungen und von da direkt ins Laufrad. Neben seinem Laufrad sind nämlich zwei Eingänge zu seinem unterirdischen Labyrinth. Die Sache ist nur die, dass die Eingänge früher sehr viel kleiner waren. Ich habe sie zugeschüttet, weil er, wenn er in den einen Gang verschwand, immer "kopfüber hineingefallen" ist. Man sah den Oberkörper verschwinden, und dann fiel der Popo direkt hinterher, also er muss da tatsächlich so steil gebaut haben, dass er praktisch kopfüber hineinfällt. :shock: Das Zuschütten hat ihm wohl gar nicht so gefallen, denn die Löcher sind jetzt wieder da und sehr viel größer, im Durchmessser etwa doppelt so groß wie vorher. Was der Opa aber auch so macht. :think:
Wie auch immer, mein Freund hat ihm jetzt gestern Bachflohkrebse mitgebracht. Und Herr Meier steht drauf. Auch nicht schlecht. Dann bekommt er ab jetzt ab und an mal Krebschen. :laugh: Hätte ich das mal vorher gewußt. :laugh: Aber früher mochte er ja Magerquark, worein er sich heute lieber mit dem Bauch legt. Hundekekse sind ihm natürlich immer noch lieb, die reißt er mir praktisch aus der Hand. Und Kraft haben die Zwerge, keine Frage. Nur bekommt er sie seltener, weil er nicht soviel Eiweiß soll. Ach Mann, ich wünschte, es gäbe einen Jungbrunnen für Zwerge und ich könnte Herrn Meier dort mal baden lassen.
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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon Kiki » 20.08.2010, 11:44

Hallo Penelope,

oh, das hört sich ja wirklich so an als gäbe es da ein Augenproblem. Bei meiner Milka sieht das genau so aus wie du es beschreibst. Tut mir leid für deinen Kleinen! Um sicher zu gehen könntest du natürlich einen TA zu Rate ziehen, aber im Prinzip stresst man das Tier damit ja nur mehr oder minder unnötig. Bei Milka ist das eindeutig, weil sie nicht mehr wie früher zur Hand rennt, sondern sie rennt daran vorbei oder dagegen. Leckerchen die man ihr hinhält, sieht sie nicht mehr. Wenn man sie aus dem Aqua rausnimmt wird sie total panisch und weiß nicht wohin, weil sie sich nicht auskennt. Früher, als sie noch sehen konnte, war das anders. Auch ist sie (der ehemals zahmste Hamster der Welt) schreckhaft, wenn man etwas in ihrem Aqua macht, weil sie ja nicht genau weiß, wo und was gemacht wird.

Wie du schon schreibst, ist es daher von enormer Wichtigkeit, den Hamster so wenig wie möglich zu stressen. Die Umgebung sollte immer absolut gleich aussehen, sonst beginnen sie gegen Gegenstände zu laufen und können sich verletzen. Im Käfig herumhantieren sollte man nur wenn es nötig ist, dabei immer mit langsamen Bewegungen und nebenher leise und ruhig mit dem Tier sprechen.

Diese Altersblindheit ist zwar für den Menschen recht traurig anzusehen, im Prinzip kommen Hamster mit Blindheit aber gut klar, solange ihr Gehör unversehrt ist. Bei blinden und tauben Hamstern wird es hingegen schwierig.

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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon Penelope » 20.08.2010, 13:13

Bis jetzt findet er Leckerchen sehr zielstrebig. Gestern jedenfalls hatte er keine Probleme mit den Bachflohkrebsen, und die sind ja doch etwas klein. Vielleicht ist der Graue Star ja noch ziemlich am Anfang. Vielleicht geht er auch mehr nach dem Geruch.
Ich weiß gar nicht, wie ich das mit der Reinigung machen soll, weil ich dann ja seine Gänge kaputt mache. :( Aber es wird mir wohl nix anderes übrig bleiben. Selbst eine Teilreinigung würde einen Teil des Tunnelsystems beschädigen. Das Gute ist, dass er sein Futter immer noch an der Stelle findet wie in der ersten Zeit. Weder am Platz für das Körnerfutter noch am Platz für das Frischfutter hat sich bis heute etwas geändert. Ebenso stehen die Häuschen immer an den gleichen Plätzen. Abgesehen vom Keramikhäuschen, dass er als Zwischenstation nutzt. Er kommt aus seinem Loch neben dem Laufrad, rennt ins Keramikhäuschen, dann kommt vorsichtig das Köpfchen raus und er rennt ins Holzhäuschen. Also scheint er da dann doch unsicher zu sein. Unsere Hamster haben es ja noch gut - denken wir doch mal an die wilden Hamster, die erst noch nach Futter suchen müssen. Am Holzhäuschen hat er immer Nagefutter und Leckerlis, wenn es welche gibt. Also zum Beispiel Nageherzen mit Roter Beete oder Drops. Da sucht er immer, ob da etwas liegt. Wenn nix liegt, dann schläft er im Holzhaus oder es geht wieder auf gleichem Weg zurück ins Loch, kurzer Sturz und weg ist er. Aber mit dem steilen Gang kann ich ihm nicht helfen, das wollte er so. :roll:

Auf den Tierarzt werde ich verzichten. Wenn er einen Tumor oder Schmerzen haben würde, oder wenn es etwas gäbe, das ihm helfen würde, okay. Aber Stress ohne wirklich Aussicht auf Heilung, dagegen bin ich seit jeher. Solange die Tiere keine Schmerzen haben und es ihnen gutgeht, sollen sie in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und sich weiter wohl fühlen. Und gegen das Wecken eines Hamsters habe ich sowieso so einiges. Er frisst, läuft, kann schlafen wann er will oder graben oder was auch immer, wird verwöhnt und so soll es auch bleiben. :Zwinkern:
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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon Penelope » 25.08.2010, 12:29

Ich habe das Gefühl, Herr Meier wird immer weniger. :( Letzte Nacht ist er nur etwa zehn Minuten gelaufen, und das ganz langsam. Er ist jetzt umgezogen und geht seit zwei Tagen nicht mehr nach unten ins Streu. Er liegt im Häuschen und schläft, und das die meiste Zeit. Wenn ich genau schaue, dann sehe ich sein Auge, das halb geschlossen ist und sich ab und zu völlig schließt. Wenn ich ihn anspreche, dann öffnet es sich und er schaut, aber dann schläft er weiter. Heute war er zweimal wach, einmal hat er getrunken, dann hat er ein bisschen Körner genommen. Das Körnerfutter plaziere ich jetzt vor seinem Häuschen, weil er irgendwie nicht mehr weit laufen will. Auf dem alten Platz mit den Körner sind die überhaupt nicht mehr weniger geworden. Ich will nicht, dass er geht! :Traurig: Innerhalb einer Woche ist es jetzt so geworden, und fast täglich merke ich wieviel kleiner er wird. Ich hatte gehofft, dass er drei wird, mindestens. Und jetzt sage ich ihm jeden Abend, wie schön die Zeit mit ihm ist und dass es mir leidtut wenn ich was falsch gemacht habe bei ihm. :( Ich weiß auch gar nicht, wie ich das machen sollte mit dem Saubermachen des Käfigs, weil irgendwie habe ich das Gefühl, am besten ist ihm damit geholfen, wenn er seine Ruhe hat. Eigentlich verhält er sich so, als würde er am liebsten ganz in Ruhe gelassen werden.
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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon Kiki » 25.08.2010, 14:25

Oh Penelope, das tut mir leid. Es ist so traurig, wenn sich ein Hamsterchen langsam verabschiedet. Ich nehme an, dass sonst nichts auf eine Krankheit hindeutet? Dann hört es sich wirklich so an, als sei er er einfach alt und es wird Zeit für ihn zu gehen...

Dass er jetzt am meisten seine Ruhe braucht, schätzt du völlig richtig ein. Du solltest auch nicht ständig nach ihm sehen, das stresst ihn nur. Wir Menschen denken ja oft, dass es den Hamstis gut tut, wenn wir ihnen auf ihrem letzten Weg so nahe wie möglich sind, sie vielleicht sogar in der Hand halten, doch das ist nicht so, sie möchten lieber alleine gelassen werden.

Weißt du, natürlich wünscht sich jeder, dass sein Hamster besonders alt wird, doch drei Jahre sind wirklich relativ utopisch. Du kannst schon froh sein, dass er die zwei Jahre geknackt hat, es gibt zahlreiche Hamster, die dieses Alter gar nicht erst erreichen. Das Alter, was Herr Meier erreicht hat, ist ein schönes Alter, du kannst stolz auf dich sein. Die meisten meiner Hamster wurden auch so um den Dreh alt, nur in letzter Zeit habe auch ich die Erfahrung machen dürfen, dass dies nicht jedem Tier vergönnt ist, also sei froh um jeden Monat, den er gelebt hat und wer weiß, vielleicht ist es ja gar nicht so schnell vorbei, wie du denkst und er hat noch eine schöne restliche Zeit bei dir!

Alles Gute für den Süßen!

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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon Penelope » 25.08.2010, 15:35

Hallo,
nein, bis auf das Alter ist der Zwerg kerngesund. So, und heute mittag habe ich mit meinem Freund telefoniert, und der hat gar nicht verstanden, was ich gemeint habe. Er steht morgens allerdings auch immer früher auf als ich. Für ihn ist die Nacht schon um kurz nach fünf vorbei. Und da hätte Herr Meier erst mal seine Runden bis kurz nach sechs im Laufrad gedreht. :? "Und dann hat er noch gegraben, ich zeig dir heute abend wo, und das Streu ist geflogen!" Na klasse! Und dann ist der Kleine sozusagen sterbender Schwan und schafft es kaum noch ins Häuschen. Allerdings merkt auch er, dass Herr Meier alt wird. Und was er vorher mit "naja, er hat vielleicht seinen schlechten Tag" kann er das auch nicht mehr erklären. Herr Meier klettert zum Beispiel seit einigen Tagen nicht mehr am Gitter hoch, er bleibt auf dem Boden.
Ich bin ja froh, dass es dem Kleinen wenigstens zeitweise gut geht.
Ich gucke auch nicht oft nach ihm, eigentlich lasse ich ihn in Ruhe, weil ich spüre, dass es ihm so am liebsten ist. Vielleicht weiß er auch, dass jetzt so ungefähr die Zeit des Käfigreinigens wäre, und er will es nicht riskieren, dass ich das nochmal mache. Aber irgendwie habe ich es im Gefühl, es wäre nicht gut, einfach zuviel Stress. Ich mache schon Teile von alten Körner und so weg. Aber das richtige Umsetzen in den Reisekäfig wäre wohl nicht gut.
Schwer ist es immer, wenn sich ein Hamsterchen langsam verabschiedet. Würde in meinem Käfig ein alter Opa sitzen mit Krückstock und wackelndem Kopf wäre das wohl vom Gefühl her anders, dann akzeptiert man es eher. Aber so einem Hamsterchen sieht man das Alter nicht zwingend unbedingt an. Er sieht noch immer genauso aus wie früher. Und das macht es schwer. :(
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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon Penelope » 27.08.2010, 12:30

Seit gestern läuft Herr Meier nun nicht mehr im Rad. Die meiste Zeit schläft er, er geht zwar noch auf Körnersuche, aber das möglichst nur in der Nähe seines Häuschens. Gurke hat er aber gefressen. Ansonsten schläft er, und auch heute morgen ist er nicht rausgekommen. Mein Freund hat extra noch die Kloecke sauber gemacht, damit man sieht, wenn er ins Sandbad geht.
Ich würde ihm so gern helfen.
Im Internet habe ich jetzt gelesen, es könnte ja sein, dass der Hamster keine Alterserscheinungen hat sondern schlicht krank ist, und man würde solche Anzeichen nur auf das Alter schieben, obwohl der Hamster, wenn man ihm helfen würde, unter Umständen noch lange leben könnte. Schließlich würde es sogar Hamster geben, die fünf geworden sind! Ich mache mir einfach Sorgen. Habe ich was übersehen? Sollte ich ihn möglichst schnell aus dem Häuschen holen und zum Tierarzt bringen? Aber irgendwie würde ich ihm diesen Stress nicht gerne zumuten. Obwohl ich natürlich alles für ihn machen würde.
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Re: Herr Meier und das Alter

Beitragvon Kiki » 27.08.2010, 13:29

Hallo Penelope,

ich kann deine Sorgen gut nachvollziehen. Diese Gedanken macht sich glaube ich ein jeder von uns, der in diese Situation gerät. Doch muss man eben bedenken, dass für die Tiere (insbesondere in diesem Alter) ein enormer Stress ist, zum Tierarzt gebracht zu werden und man sollte sehr genau abwägen, ob man dem Tier diesen Stress noch zumutet, denn im schlimmsten Fall gibt man ihm damit den Todesstoß.

Ich habe dir ja kürzlich schon geschrieben, dass selbst drei Jahre für einen Hamster ein absolut biblisches Alter sind, das von kaum einem Tier erreicht wird. Ich persönlich weiß von zwei Fällen, wo Zwerghamster angeblich vier Jahre alt geworden sind, doch ich schreibe nicht ohne Grund "angeblich", da sich dies doch ziemlich meiner Vorstellungskraft entzieht. Bei Mittelhamstern ist dies unter Umständen vielleicht noch denkbar, aber bei Zwergen... Und fünf Jahre, nun ja, das ist dann doch sehr abwägig. Mach dir da bitte keine Illusionen, im Internet liest man auch viel Blödsinn. Es ist einfach Fakt, dass die meisten unserer als Haustier gehaltenen Zwerge so um die zwei Jahre alt werden.

Wenn du also an Herrn Meier keine typischen Krankheitsanzeichen (wie z.B. verklebte Augen, Atemgeräusche, pumpende schnelle Flankenatmung, tastbare Umfangsvermehrungen, ein feuchtes oder verklebtes Hinterteil, schuppige oder wunde Hautstellen) feststellen kannst, ist es mehr als wahrscheinlich, dass einfach das Alter schuld ist. Solange ein Tier noch frisst und Körner sucht, geht es ihm erfahrungsgemäß auch nicht sooooo schlecht. Natürlich müsst ihr euch darauf einstellen, dass er euch recht bald verlassen wird (vielleicht schon in den nächsten Tagen), aber es hört sich nicht so an, als würde er leiden.

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